MUW-Skandal: Rektor deckt Versagen von Chef-Onkologen Zielinski

Die an Frechheit nicht mehr zu übertreffende Täuschung der Öffentlichkeit seitens des MUW-Rektors Wolfgang Schütz erreicht einen neuen Höhepunkt.

Laut einer OTS-Aussendung des Rektors erhält Wien nun ein „erstes umfassendes Krebszentrum“, dass ausgerechnet von jenem Onkolgen geleitet werden soll, der es in den letzten 10 Jahren nachweislich nicht geschafft hat am Wiener AKH eine adäquate und ordentlich funktionierende Onkologie aufzubauen und aufgrund seiner Nähe zur Pharma-Industrie zunehmend in Kritik geraten ist.

Die in der Meldung zu findende Leistungsbeschreibung des neuen „Centers“, übrigens eine Einrichtung die man in allen wichtigen internationalen Spitzenuniversitäten bereits vor Jahrzehnten aufgebaut hat, listet objektiv betrachtet exakt jene Versäumnisse auf, die Zielinski zu verantworten hat und die im Bericht des Wissenschaftsrats zum Thema Onkologie in Österreich heftig kritisiert wurden. Wie ein Rektor einen angeblichen Spitzen-Onkologen, der punkto Aufbau seiner Abteilung über Jahre hinweg nachweislich versagt und der MUW sowie dem AKH dadurch international erhebliches Ansehen gekostet hat, nun in derart dummer uneinsichtiger Weise öffentlich auch noch als Erfolgsmann präsentiert und zum Dank mit einer derart wichtigen Aufgabe betraut, zeigt, dass auch Wolfgang Schütz selbst nicht mehr in der Lage ist Versäumnisse zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen.

Solange dieses Trauerspiel der Seilschaft grundlos von diversen Unterstützern politisch sowie medial gedeckt bzw. vertuscht wird, werden auch weiterhin viele wertvolle Steuermillionen in sinnlose und von Beginn an zum Scheitern verurteilte Projekte fließen und die MUW wie auch das AKH ungebremst weiter in die internationale Bedeutungslosigkeit abstürzen.

Hier die Skandal-Meldung (gekürzt):

Wien (OTS) – Großer Erfolg für Krebsforschung und Krebsbehandlung in Wien:  MedUni Wien und AKH gründen das Comprehensive Cancer Center (CCC) als Österreichs erstes nationales Referenzzentrum für Forschung, Lehre und Therapie bei allen Formen der Krebserkrankungen. Damit werden alle mit diesen Erkrankungen befassten Ärztinnen und Ärzte in den einzelnen Kliniken und Abteilungen von MedUni bzw. AKH und ihre Programme im Interesse der PatientInnen zielgerichtet koordiniert.

Geleitet werden wird das neue Comprehensive Cancer Center in Wien, ein wesentliches Vorhaben der MedUni Wien in der Leistungsvereinbarung mit dem Wissenschaftsministerium, vom Onkologen Univ. Prof. Dr. Christoph Zielinski. Als Vorbild dient ein analoges Projekt des National Cancer Institute in den USA.

Univ. Prof. Dr. Christoph Zielinski, derzeit mit Koordinationsaufgaben zur Errichtung des CCC befasst, arbeitet mit seinem Team  aus Univ. Prof. Dr. Maria Sibilia, Univ. Prof. Dr. Michael Gnant, Univ. Prof. Dr. Richard Pötter und anderen Personen seit Anfang des Jahres an der Umsetzung dieses in Österreich einzigartigen Projekts. Das CCC ist die Konsequenz jahrelanger kontinuierlicher Förderung des wissenschaftlichen Bereichs der Krebsforschung/Onkologie an der MedUni Wien und der klinischen Exzellenz auf diesem Gebiet an den Universitätskliniken am AKH Wien, und stellt den Abschluss konstruktiver Gespräche mit dem Österreichischen. Wissenschaftsrat und dem Wissenschaftsministerium dar. Die Zunahme an Krebserkrankungen in den vergangenen Jahren wie auch die hervorragenden Forschungsergebnisse in Einzelbereichen der Onkologie an der MedUni Wien haben die Idee eines Comprehensive Cancer Centers entstehen lassen.

„Wir betreuen allein an der Universitätsklinik für Innere Medizin I, die den Schwerpunkt auf dem Gebiet der Therapie von bösartigen Erkrankungen hat, jährlich etwa 17.000 PatientInnen mit einer Krebserkrankung,“ erklärt Christoph Zielinski In Abstimmung mit dem Rektor der MedUni Wien und dem Direktor des AKH Wien sollen folgende Ziele umgesetzt werden:

– Förderung translationaler Wissenschaft im Bereich der Onkologie
– Grundlagenforschung und angewandte Forschung auf internationalem Vergleichsniveau
– Koordination und Förderung der Kooperation onkologischer Grundlagenwissenschaft mit anderen wissenschaftlichen Institutionen im Raum Wien
– Durchführung von klinischen Prüfungen zur Sicherung des wissenschaftlich-klinischen Fortschritts und des Zugangs von KrebspatientInnen zu neuesten Therapien
– Krankheitsbezogene Zusammenarbeit aller Kliniken bei der Betreuung von KrebspatientInnen
– Rasche Übernahme von geeigneten Therapien und Diagnoseverfahren aus der Forschung in die Patientenbetreuung
– Laufende Weiterentwicklungen von qualitätsgesicherten Richtlinien in Diagnose und Therapie entsprechend dem internationalen Referenzstandard für eine Institution der Spitzenmedizin und Universitätsklinik.
– Funktion einer Referenzinstitution für die geographische Region und darüber hinaus
– Laufende und strukturierte Weitergabe des generierten Wissens an Studierende sowie für ÄrziInnen und Ärzte in Ausbildung, und Weiterbildung und für weitere Gesundheitsberufe
– Etablierung einer gemeinsam durchgeführten Lehre und von Doktoratsprogrammen im Bereich der Onkologie

Zufriedenheit über die innovative Neuerung im Interesse der Patienten und hohe Erwartungen an die Zukunft gibt es bei der Spitze von MedUni Wien. MedUni Wien-Rektor Wolfgang Schütz: „Dem Rektorat ist es durch äußerst konstruktive Gespräche mit dem Wissenschaftsrat und dem Wissenschaftsministerium gelungen, dieses ambitionierte Projekt in die Leistungsvereinbarung mit dem Wissenschaftsministerium für die nächsten drei Jahre aufzunehmen. Damit wurde auch einem Wunsch des damaligen Wissenschaftsministers Dr. Johannes Hahn entsprochen, der dieses Projekt besonders gefördert hat. Mit dem renommierten Krebsspezialisten Christoph Zielinski steht dem jungen CCC ein äußerst erfahrener und kompetenter Onkologe vor, den das Rektorat auf Grund seiner klinischen und internationalen wissenschaftlichen Qualifikationen mit der Koordination des Zentrums beauftragt hat.“ Und Schütz weiter: „Für die MedUni Wien und das AKH Wien ist das CCC ein erstes Projekt, das den Weg zu weiteren Zentren weisen soll.“ …

Anmerkung FDMUW:
Abgesehen davon dass Christoph Zielinski keineswegs die Bezeichnung „rennomierter Onkologe“ verdient und international nur wenig Ansehen genießt, ist er aufgrund seines nachweislichen Versagens, für ausreichende Kommunikation zwischen den unzähligen separaten Abteilungen seines „Reiches“ zu sorgen, die wie eingangs erwähnt vom Wissenschaftsrat gelinde formuliert als völlig ineffizient „in der Luft zerissen“ wurden, mit absoluter Sicherheit eine Fehlbesetzung, was auch jenen Rektor betrifft, der nun endgültig bewiesen hat, auch gegen Ende seiner Amtsperiode nicht im Ansatz den Versuch zu unternehmen, zumindest eine seiner unzähligen Fehlentscheidungen zu Lasten der Universität  zurecht zu rücken.

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2 Gedanken zu „MUW-Skandal: Rektor deckt Versagen von Chef-Onkologen Zielinski

  1. Zielinski ist nicht mehr Vize-Rektor der MUW! Soviel ist seit heute klar. Zumindest redet man heftig darüber im Haus daß es in der Senatssitzung bestätigt worden ist.

    Ihre Aussagen stimmen zum Großteil. Zielinski ist sicher kein schlechter Mediziner aber als Chef der Onkologie definitiv eine Fehlbesetzung. Soweit ich ihn kenne liegt es in erster Linie an charakterlichen Schwächen.

    Es würde dem AKH sicher nicht schaden wenn er auch als Klinikvorstand abgelöst wird!!!

    Anmerkung FDMUW: Danke für die Info! Wir haben ähnliches gehört. Endgültig bestätigt wird der Rücktritt aber erst nach der Sitzung des Unirats sein. Wir werden im Fall dass es tatsächlich zu einem Rücktritt von Dr. Christoph Zielinski als Vize-Rektor der MUW kommt, selbstverständlich umgehend reagieren. Dennoch würden wir diese Entwicklung kaum feiern und als unbefriedigend einstufen, da der Rektor mitunter plant, der Öffentlichkeit auch diesen Schritt als „Erfolg“ zu verkaufen. Denn Zielinski als „Chef-Onkologen“ das kärgliche Budget des BMWF für das geplante Comprehensive Cancer Center anzuvertrauen würde nur eines bedeuten: Das Ziel garantiert zu verfehlen und die gleiche destruktive und Eigeninteressen folgende Politik wie bisher aufrecht zu erhalten.

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