• Tragödie im AKH: Pfleger begeht Selbstmord

Tragischer Selbstmord eines AKH-Pflegers sorgt für Aufregung
(Quelle: Kronen Zeitung vom 31.12.2011)

Es ist schon traurig, dass man seitens des AKH-Managements bei der Behandlung von Prominenten gerne medialen Wirbel veranstaltet, sich aber zum tragischen Tod eines langjährigen Mitarbeiters nicht äußern möchte, selbst dann nicht, wenn man indirekt eigentlich sogar die Verantwortung für eine derartige Verzweiflungstat trägt. Im Gegenteil, derart furchtbare Ereignisse werden teilweise sogar gezielt vertuscht.

Wir möchten der Familie und den Angehörigen von unserem geschätzten Freund und Kollegen Manfred K. an dieser Stelle noch einmal unser tiefes Mitgefühl und unsere Anteilnahme zum Audruck bringen!

Manfred K. war ein langjähriger, unglaublich engagierter Pfleger und arbeitete in der Abteilung für Anästhesie im AKH-Wien. Er nahm sich vor einigen Tagen sein Leben weil die Belastung durch private Probleme und den beruflichen Druck zu groß geworden war. Erst drei Tage später fand man seinen leblosen Körper, der statt in die Gerichtsmedizin direkt in die Pathologie überstellt wurde. Eine Merkwürdigkeit, in Anbetracht dessen, dass sich Manfred K. offenbar in ein Dienstzimmer zurückgezogen und sich dort einen tödlichen Medikamenten-Mix verabreicht hat.

Wer den direkten Transfer des Körpers in die Pathologie angeordnet hat, wird wohl noch zu klären sein. Es wäre aber kein Wunder, wenn diese Frage unbeantwortet bliebe. Etwa genauso, wie viele andere merkwürdige Ereignisse oder Todesfälle im AKH-Wien, deren Aufklärung aufgrund des dichten Korruptionsgeflechtes zwischen dem Wiener Rathaus, dem Allgemeinen Krankenhaus und – wie der neuen GRECO-Korruptionsstudie zu entnehmen ist, ebenso korrupten Justizbeamten und Polizeispitzen, meist „im Sand“ verläuft. Doch speziell diese „dienstlichen Anweisungen“, etwa einen Körper „schnell verschwinden zu lassen“ oder „Ermittlungen einzustellen“  werden es wohl sein, die es bereits in Kürze ermöglichen, Schritt für Schritt und Entscheidungsebene für Entscheidungsebene zur „Wurzel des Übels“ vorzudringen. Jenen „Übels“, dass wir an dieser Stelle auch indirekt für den Selbstmord unseres geschätzen Kollegen (mit)verantwortlich machen möchten.

Dem Leiter der Anästhesie, Herrn Dr. Klaus Markstaller war das Ableben von Manfred K. wenigstens eine kurze interne E-Mail wert, in der er feststellte: „auch wenn ich ihn persönlich kaum kannte, weiß ich, dass er einer der Erfahrensten und Beliebtesten langjährig tätigen Pfleger in unser Abteilung war …“

Offenbar hatte der Leiter der Anästhesie in den letzten 7 Monaten noch keine Gelegenheit sich mit seinen Mitarbeitern, etwa den „Erfahrensten und Beliebtesten“ näher zu befassen. Sie hätten ihm am Ehesten dabei helfen könnten, rechtzeitig Lösungen für die mittlerweile unerträgliche Arbeitssituation zu finden und dieses tragische Ereignis vielleicht verhindert. Gegebenenfalls man will sich ernsthaft mit diesen Themen auseinandersetzen und nicht – wie viele der teils unter fragwürdigen Umständen bestellten „Führungs-Glanzlichter“ des Hauses, den unmenschlichen und „tödlichen“ Bürokratismus von Reinhard Krepler, Wolfgang Schütz und Sonja Wehsely mittragen.

Der Aufruf zur Spendensammlung für einen gemeisamen Kranz, der das interne Schreiben von Dr. Markstaller abschließt, scheint jedenfalls nicht zu signalisieren, dass sich trotz der Verzweiflungstat endlich Veränderungen einstellen werden.

Einige Personen würden sich wohl gerne noch länger im Licht des positiven Behandlungsverlaufes von George Michael „sonnen“. Etwa Dr. Christoph Zielinksi, der sich brachial in den Vordergrund stellte und jene Kollegen, die tatsächlich für den optimalen medizinischen Verlauf verantwortlich waren, wahrscheinlich lieber zum Mond geschossen, als mit ihnen das mediale Interesse geteilt hätte. Der Selbstmord von Manfred K. zeigt, dass keine weitere Zeit zum Überlegen bleibt. Die Situation im AKH muss und wird zu Jahresbeginn 2012 eine drastische Veränderung erfahren müssen. In welcher Art und Weise das geschehen wird, hängt bald nicht mehr von den derzeit Verantwortlichen ab.

Gleichsam wie vor wenigen Monaten der verzweifelte Selbstmord eines Händlers, aufgrund der vorherrschenden Korruption, in Tunesien einen Feuersturm der Entrüstung entfachte und damit auch die diktatorischen arabischen Regierungen hinwegfegte, könnte auch Manfred K. mit seinem tragischen nahezu rituell anmutenden Selbstmord im Wiener AKH ein ähnliches Zeichen gegen die dort vorherrschenden Zustände, die praktizierte Korruption und den bekannten Nepotismus gesetzt haben.

FDMUW

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2 Gedanken zu „• Tragödie im AKH: Pfleger begeht Selbstmord

  1. Manfred war ein sehr netter und zuvorkommender Arbeitskollege. Tief getroffen hat ihn das „wegmobben von der OP-Gruppe 5, die Verantwortliche dafür und die Pflegedirektion sieht sicher keinen Handlungsbedarf bei so einem Vorghehen. Mein tiefes Beileid den Angehörigen.

  2. Das horrende Betriebsklima in großen Kliniken ist uns aus vielen Schilderungen von Mobbingopfern sehr bekannt :(. Mein aufrichtigstes Mitgefühl! Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass trotz solcher tragischten Vorfälle seitens der Kliniken NICHTS ÄNDERT!!! http://www.selbsthilfegruppe-mobbing-graz.at/in-memoriam/ – siehe auch „Kliniken“ http://mobbing-konkret.jimdo.com/kliniken/

    FDMUW: Danke für Ihren Beitrag – wir teilen Ihre Meinung und Empörung !

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